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Eine Con (Kurzform für Convention, engl. für Versammlung, im Larp eine Larpveranstaltung) ruft bei den Beteiligten generell ganz unterschiedliche Erwartungen hervor. Das ist verständlich, denn die Vorstellungen davon, was ein Larp ist, sind auch ganz verschieden. Für die einen steht der Kampf im Mittelpunkt, für den anderen das Spiel mit "den anderen".

Für mich selbst macht es schon einen Riesenunterschied, ob ich als Orga oder als Spieler auf eine Con fahre. Als Orga kenn ich den Plot genau, weiß, wo es harken kann und wo die kritischen Elemente sind. Ich hoffe einfach auf einen reibungslosen Ablauf.

Als Spieler, und das ist ja die Sichtweise, die die meisten Anfänger interessieren dürfte, liegen meine Erwartungen woanders. Ich hoffe mehr auf coole, neue Bekanntschaften, mit denen sich ein schönes Spiel ergibt. Ich wünsche mir einen gewissen Gewandungsstandard, der von Con zu Con verschieden ist, und eine Geschichte, die mich in ihren Bann zieht.

Die Bekanntschaften und die Gewandung hängen unmittelbar zusammen. Mitnichten will ich behaupten, dass eine aufwändige Gewandung bedeutet, dass es sich bei der Person vor mir um einen guten Rollenspieler handelt, aber eine gewisse Überschneidung ist schon vorhanden. So kann man meistens davon ausgehen, dass die Spieler, die eine Rüstung tragen, doch darunter gar nichts oder ein C&A-T-Shirt, hauptsächlich zum Kämpfen auf der Con sind.

Ich selbst spiele lieber die denkenden Rollen. Mein Hauptcharakter ist Xenofero Fuxfell, ein Priester, der nur in absoluten Ausnahmefällen mal eine Waffe in die Hand nimmt. Viel lieber verbringe ich den Tag auf einer Con damit, zu philosophieren, aufwendige Rituale vorzubereiten oder Leuten ins Gewissen zu reden.

Doch gerade darin liegt auch ein Reiz eines Larps für mich. Jeder, der sich vorher damit beschäftigt hat, hat seinen Platz auf einer Con. Die Krieger schützen, denn sie kämpfen gerne, die Priester und Gelehrten jedoch studieren Schriftrollen und versuchen uralte Rätsel zu lösen.

Für mich ist gerade darum eine Con gelungen, wenn ich im Auto auf der Heimfahrt das Gefühl habe, dass sich das Wochenende gelohnt hat, dass ich neue Leute kennengelernt habe, mit denen ich Spaß hatte und mit denen ich mein Spiel spielen konnte. Hätte ich das ganze Wochenende mit einem Schwert rumfuchteln müssen, wäre ich wohl eher unglücklich nach Hause gefahren.